Diabetes Versorgung
Der Anteil älterer und hochbetagter Menschen in unserer Gesellschaft steigt. Mit zunehmendem Alter und Wohlstand wächst parallel das Risiko, an Diabetes mellitus zu erkranken. Wir wissen, welche besondere Pflege und Aufmerksamkeit Diabetiker brauchen – angefangen von Ernährungsberatung über eine spezielle Hautpflege und Versorgung chronischer Wunden bis hin zu Blutzuckerkontrollen, Insulin-Injektionen und einer ausgefeilten Insulintherapie.
Anna Sudermann
Was ist Diabetes mellitus
Diabetes mellitus ist der Sammelbegriff für heterogene Störung der Regulation des Glukosestoffwechsels mit dem Leitbefund ” chronische Hyperglykämie”
1. Ursache: Absoluter Insulinmangel
Durch Insulin- Sekrektionstarre gelangt kein Insulin aus der Bauchspeicheldrüse in die Blutbahn.
2. Ursache: Insulinverwertungsstörung
Durch Insulinverwertungsstörung gelangt nicht ausreichend Insulin aus der Blutbahn (enthält bereits Glukose aus Dünndarm) in die Zellen (Leber, Muskeln, Fett)
Beschwerden bei Diabetes
Hypoglykämie (Unterzuckerung)
Der Blutzuckerwert ist unter 60 mg/dl (3,3 mmol/l)
Symptome: Schwitzen, Schweißausbruch, kalte feuchte blasse Haut, Heißhunger, Herzklopfen, Muskelschwäche (Zittern), Konzentrationsschwäche, Stimmungsschwankungen (Aggression, Depression), Sehstörungen, bis hin zur Bewusstlosigkeit
Hyperglykämie (Überzuckerung)
Der Blutzuckerwert ist höher als 240 mg/dl (13,3 mmol/l)
Symptome: Schlappheit, Müdigkeit, schlechte Wundheilung, häufiges Wasserlassen und Durst, Sehstörung, Mundtrockenheit, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, bis hin zur Benommenheit und Bewusstlosigkeit
Behandlungsmöglichkeiten
gesunde Ernährung und Bewegung (Änderung des Lebensstils)
Therapie mit oralen Antidiabetika (Diabetestabletten) nach ärztlicher Verordnung
Insulintherapie nach ärztlicher Verordnung
Therapieziele
Lebensqualität erhalten
Spätfolgen verhindern
- durch normale Blutzuckerwerte
- durch normalen Blutdruck
- durch normale Blutfette
Blutzucker nüchtern unter 110 mg/gl (6,1 mmol/l)
Komplikationen verhindern
- keine Unter- und Überzuckerungen
- keine ambulanten und Stationären Notfälle wegen Unter- und Überzuckerung
Blutzucker unter 200 mg/dl (11.1 mmol/l)
Symptomfreiheit
Vermeiden von Durst, Dehydration, Müdigkeit, häufiges (nächtliches) Wasserlassen
Erhaltung der geistigen Leistungsfähigkeit
Der Diabetiker hält den vereinbarten Utersuchungsrhythmus ein
Diabetische Folgeerkrankungen sind nicht mehr entscheidend für die Lebenserwartung, sehr wohl aber für die Lebensqualität!!!
Pflegerische Leistungsziele
- Leistungserbringung erfolgt
- unter Berücksichtigung der vorhandenen Selbstversorgungskompetenz
- regelmäßig entsprechend des Leistungsauftrags
- qualitätsgerecht (Arbeiten nach diab. Standards)
Unsere Aufgaben sind
- gezielte Krankenbeobachtung
- zielgerichtete Arztkommunikation
- zielorientierte Dokumentation (z.B. Blutglukosewerte, Spritzstellen…)
- genauer Leistungsnachweis


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